Geschichte

Die Entstehung von Wankendorf

1316

Der Anfang

Bereits im Jahr 1316 wurde die Gemeinde Wankendorf das erste Mal geschichtlich genannt.

1824

Gewerbekonzession

Im Jahre 1824 baten eine Reihe von Handwerkern um eine Gewerbekonzession: 5 Schneider, 3 Tischler, 3 Schuhmacher, 1 Glaser, 2 Schmiede, 1 Schlosser, 1 Radermacher, 1 Maurer, 1 Böttchern und 3 Weber.

1866

Eisenbahnbau

1866 wurde nicht nur eine überdurchschnittlich hohe Bevölkerungsdichte von 795 Einwohnern dokumentiert, der nächste größere Entwicklungsschub stand auch vor der Tür: der Eisenbahnbau. Mit der Errichtung der Strecke Neumünster-Eutin-Neustadt entstanden schon bald die ersten beiden großen Gewerbebetriebe, die Kornhandlung J.F. Schlüter und die Baufirma und Holzhandlung (später zur Sägerei ausgebaut) J.C. Blunck. Eingeweiht wurde die Bahnstrecke am 31. Mai 1866.

(Quelle: Volker u. Heinrich Griese: Wankendorf im Wandel der Zeit. Eine Chronik. Norderstedt 2009, S. 112)

1897

Arbeiterbauverein

Der rührige Unternehmer Blunk hatte mit dem "Griese Hund" (Bahnhofstraße 4) und dem "Langen Jammer" (Ecke Bahnhofstraße/Raiffeisenstraße) für seine Beschäftigten zunächst zwei Arbeiterhäuser errichtet. Er kannte jedoch schon früh, dass sich die Motivation der Arbeitete stark verbesserte, wenn sie gute und bezahlbare Wohnungen besäßen und so versuchte er im Jahre 1879 mit Unterstützung der Gemeinde und des Amtes einen Arbeiterbauverein in Wankendorf zu gründen. Der Amtsvorsteher lehnte die Beteiligung der Kommune jedoch ab.

(Quelle: Volker u. Heinrich Griese: Wankendorf im Wandel der Zeit. Eine Chronik. Norderstedt 2009, S. 112)

1900 - 1905

Landflucht

Ab 1900 wurde auch Wankendorf ein Opfer der Landflucht. Zwischen 1900 und 1905 nahm die Bevölkerung in Wankendorf um 2,8% ab. Erst danach konnte der negative Trend gestoppt werden.

 

1927

Ausbau

Um Wankendorf mehr in einen attraktiven Wohnort zu verwandeln, wurden im Ort an den schon vorhandenen Straßen im Wesentlichen Lücken zwischen bestehenden Gebäuden geschlossen. 1927 begannen dann mit der Errichtung von zwei Wohnhäusern durch die Heimstätte Schleswig-Holstein die Bebauung der Gemarkung Veerblöcken.

(Quelle: Volker u. Heinrich Griese: Wankendorf im Wandel der Zeit. Eine Chronik. Norderstedt 2009, S. 112)

1928

Gründung

Die Gemeinde Wankendorf entstand in ihrer heutigen Gestalt bei der Auflösung der Gutsbezirke im Jahre 1928. Am 30.09.1928 wurden zu einer neuen Gemeinde vereinigt:

• die damalige „Landgemeinde Wankendorf“ (nach der Zählung von 1915) mit einer Fläche von 767 ha
• das Gut Löhndorf aus dem Gutsbezirk Depenau (nach der Zählung von 1900) mit einer Fläche von 496 ha

1937 - 1939

Kleinsiedlungswesen

Die ab 1937 geltenden Bestimmungen für das Kleinsiedlungswesen, hatten strenge, ideologische Regelungen für die weitere Besiedlung zur Folge. Ab 1939 galt außerdem, dass verdiente Parteigenossen bei Auftragserteilung zu bevorzugen seien. Durch den Ausbruch des Krieges kam die Bebauung weitestgehend zum Erliegen.

Ab 1945

Bevölkerungswachstum

Nach dem Krieg wurde das RAD-Lager aufgelöst und sofort als Unterkünfte für 42 Flüchtlingsfamilien mit insgesamt 165 Personen in Anspruch genommen. Auch die Privatwohnungen waren restlos überbelegt. Hatte sich die Bevölkerungsanzahl von Wankendorf seit Kriegsbeginn mehr als verdoppelt. Zwischen 1939 und 1950 nahm die Bevölkerung um 111,6% zu. So hieß es Ideen zu entwickeln, wie mit vorhandenem Baumaterial Häuser errichten werden konnten. Man besann sich schließlich auf die Bauweise der Vorväter: Holz, Lehm und Redet standen ausreichend zu Verfügung.

(Quelle: Volker u. Heinrich Griese: Wankendorf im Wandel der Zeit. Eine Chronik. Norderstedt 2009, S. 114)

1947

Wankendorfer Baugenossenschaft

Vor allem Flüchtlinge und Ausgebombte aus Kiel, hatten sich eine lose Siedlungsgemeinschaft "Bauhütte" gegründet, die als Vorläufer der Wankendorfer Baugenossenschaft anzusehen ist. Diese wurde 1947 dann als "Gemeinnützige Siedlungs- und Baugenossenschaft eGmbH" eingetragen. Sie führte zunächst den vorwiegend in Selbsthilfe errichteten "Reetplacken" weiter und wurde von der Gemeinde mit der Verwaltung der Barackenwohnungen des "Friedenskamp", die noch während des Krieges erbaut worden waren, betraut. Dazu beschloss die Gemeindevertretung die ersten 20 Siedlerstellen auf dem Kampelnde vermessen zu lassen..

Ein Jahr später wurden dann die ersten Grundstücke verkauft und die Baugenossenschaft begann das Lagergelände (zwischen Sportplatz und der Kampstraße) mit Ein- und Mehrfamilienhäusern zu bebauen. 

(Quelle: Volker u. Heinrich Griese: Wankendorf im Wandel der Zeit. Eine Chronik. Norderstedt 2009, S. 115 f.)

1954

Errichtung neuer Wohnungen

Ferner verkaufte die Gemeinde 1954 der Baugenossenschaft Land zur Errichtung von 50 Wohnungen. Inzwischen ist der für Qualität bürgende Name "Wankendorf" als Synonym für die Baugenossenschaft nicht mehr aus dem Ort und der Holsteinischen Region wegzudenken, auch wenn der Firmensitz im Jahre 2001 nach Kiel verlegt wurde. Um die große Bautätigkeit zu kanalisieren und nicht ausufern zu lassen, musste ein Konzept her.

 

1959

Aufbauplan für die Gemeinde

Mit dem Bau der Tannenbergstraße wurde 1959 beschlossen, ein Aufbauplan für den Ort erstellen zu lassen, währenddessen eine allgemeine Bausperre verhängt wurde.

1965

Beginn des Gemeindeausbaus

1965 entstanden dann die ersten Häuser auf der zum ehemaligen Sägewerksgelände gehörenden Koppel. Die Vernichtung der seit 1798 existierenden Tödtschen Bauernstelle durch ein Großfeuer 1967 beschleundigte die Bebauung nördlich der Mühlenstraße. Nahezu die gesamte Fläche wurde durch die Wankendorfer Baugenossenschaft aufgekauft und bebaut, bzw. vermarktet. 1971 begann die Bebauung der Sandkoppel an der Plöner-Straße. 

1965 - 1979

Fortlaufender Gemeindeausbau

Hatte Wankendorf sich bis 1945 mehr den Charakter eines Straßendorfes bewahrt, so entwickelte sich durch die starke Bautätigkeit an den Peripherien nach dem 2. Weltkrieg Hufeisenform des Ortes. Im Laufe der 1960er und 1970er Jahre auch diese Form dank neuer Industrie- und Gewerbeansiedlungen im Bösterredder mehr und mehr zu einem Viereck zusammen, dessen Zentrum aber immer noch landwirtschaftliche Nutzfläche war. 1967 gelang es dann der Gemeinde einen Teil der Ortsmitte zu erschließen und ab 1971 entstand um einen neu geschaffenen Marktplatz das heutige Zentrum mit Sparkasse, Volksband, ehemalige Post (z.Z. Postverteilzentrum), Polizeistation, Arkofiliale und Sparmarkt (heute Spielhalle, Polizeistation und Fahrschule).

In dieser Zeit des Auf- und Umbruchs konnten Kreis. und Landesplaner für steile Entwicklung von Wankendorf begeistert werden. Es wurde ein Erschließungsplan und ein Bebauungsmodell zwischen Bornhöveder Landstraße und Bahnhofstraße entworfen, das in der Amtsverwaltung für jedermann zugänglich war. Zahlreiche mehrstöckige Wohnblocks und drei Hochhäuser waren geplant. Doch die Entwicklung ging andere Wege.

(Quelle: Volker u. Heinrich Griese: Wankendorf im Wandel der Zeit. Eine Chronik. Norderstedt 2009, S. 117)

1969

Gemeindegebiet erweitert

Als Folge der Aufsiedlung des Gutes Bockhorn stieg der Gebietsbestand am 01.03.1969 durch Eingliederung der zuvor zur Gemeinde Ruhwinkel gehörigen, nördlich der Bundesbahn gelegenen Teilfläche des ehemaligen Gutes in der Gemeinde Wankendorf auf  1.355 ha .

1970er

Ländlicher Zentralort

Mit Beginn der 1970er Jahre geriet die Bundesrepublik in die erste große Rezession, öffentliche Fördermittel wurden gekürzt und Wankendorf war innerhalb kurzer Zeit nahezu überschuldet und konnte keine eigene Initiative mehr unternehmen. Die Bedeutung, die Wankendorf bis dahin für seinen Nahbereich erlangt hatte, gipfelte 1970, als der Ort zum anerkannten "Ländlichen Zentralort" erhoben wurde.

(Quelle: Volker u. Heinrich Griese: Wankendorf im Wandel der Zeit. Eine Chronik. Norderstedt 2009, S. 118)

1987 - 1996

Die nächsten Baugebiete

Mit etwas Abstand erfolgte 1987 die Bebauung Sandkuhl, 1991 Steigkoppel und die Verlängerung der Straße Achtern Höven sowie 1993 die Verlängerung der Tannenbergstraße und dem Pinnbarg. Ende 1996 wurde der Bebauungsplan für die letzte unbebaute Fläche in der heutigen Ortsmitte, südliche Mühlenstraße, mit einem großen Verbrauchermarkt genehmigt.

1969 - 1994

Gemeindegebiet erweitert

Ein Gebietsaustausch mit der Gemeinde Stolpe im Jahre 1969 sowie ein Landtauschverfahren 1994 mit der Gemeinde Belau führte zu keiner Veränderung der Fläche, die seither unverändert blieb.  

1997

Erster Landschaftsplan der Gemeinde

Die weitere Entwicklung der Ortschaft wurde 1997 von der Gemeindevertretung beschlossen. Im ersten Landschaftsplan in der Geschichte Wankendorf sind die Entwicklungsmöglichkeiten für die nächsten Jahrzehnte planerisch dargestellt, nicht zuletzt durch die Ansiedlung eines Discounters.

2014

Aktuelles Baugebiet "Froschkoppel"

Wankendorf ist mit seiner zentralen Anbindung ans Verkehrsnetz ein beliebter Wohnort für Familien. Aus diesem Grund hat Wankendorf seit 2014 ein aktuelles Baugebiet, die Froschkoppel, mit über 20 Grundstücken.

2015

Heute

Heute wohnen fast 3.000 Einwohner in unserem schönen Dorf und die Zukunft liegt noch vor uns